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11 essenzielle Linux-Befehle zur Abfrage von Hardware-Details

11 essenzielle Linux-Befehle zur Abfrage von Hardware-Details

Hardware-Informationen unter Linux effizient auslesen

Die Kenntnis der verbauten Hardware ist für Systemadministratoren und Linux-Enthusiasten unverzichtbar. Ob bei der Fehlersuche, Systemoptimierung oder vor einem Upgrade – präzise Hardware-Informationen sind der Schlüssel zum Erfolg. Linux bietet eine Vielzahl leistungsstarker Kommandozeilen-Tools, mit denen Sie detaillierte Einblicke in CPU, RAM, Festplatten und weitere Komponenten erhalten. In diesem Tutorial stellen wir Ihnen 11 essenzielle Befehle vor, die in keinem Admin-Arsenal fehlen sollten.

Die meisten dieser Tools sind in den Standard-Repositories aller gängigen Linux-Distributionen verfügbar und benötigen keine zusätzliche Installation. Bei einigen Befehlen sind Root-Rechte erforderlich, um vollständige Informationen zu erhalten.

CPU-Informationen detailliert abfragen

Linux Terminal - 11 Commands to View Linux Hardware Details (CPU, RAM, Disk)
Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels

1. lscpu – Übersichtliche CPU-Architektur

Der Befehl lscpu liefert eine strukturierte Übersicht über die CPU-Architektur und ist besonders benutzerfreundlich. Er zeigt Informationen wie Architektur, Anzahl der Kerne, Thread-Zahl, CPU-Modell und Cache-Größen an.

Verwendung:

lscpu

Die Ausgabe enthält wichtige Details wie die CPU-Familie, Virtualisierungstechnologie und CPU-Flags. Besonders nützlich ist die Information über NUMA-Knoten bei Systemen mit mehreren Prozessoren.

2. /proc/cpuinfo – Detaillierte Prozessorinformationen

Die Datei /proc/cpuinfo enthält umfangreiche Informationen über jeden einzelnen CPU-Kern. Sie können sie mit verschiedenen Tools auslesen:

Linux Terminal - 11 Commands to View Linux Hardware Details (CPU, RAM, Disk)
Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels

cat /proc/cpuinfo

Für eine kompaktere Ansicht mit grep filtern:

grep -E 'processor|model name|cpu MHz|cache size' /proc/cpuinfo

Diese Methode zeigt die tatsächliche aktuelle CPU-Frequenz an, die bei dynamischer Taktung variieren kann.

Arbeitsspeicher analysieren

3. free – RAM-Auslastung im Blick

Der free-Befehl ist das Standard-Tool zur Überprüfung der Speicherauslastung. Mit der Option -h werden die Werte in menschenlesbarem Format angezeigt:

free -h

Die Ausgabe zeigt den gesamten, genutzten, freien und verfügbaren Speicher sowie Swap-Informationen. Der Wert "available" ist dabei aussagekräftiger als "free", da er auch Cache und Buffer berücksichtigt, die bei Bedarf freigegeben werden können.

4. dmidecode – Detaillierte RAM-Spezifikationen

Für Hardware-Details wie RAM-Typ, Geschwindigkeit, Hersteller und Slot-Belegung ist dmidecode unverzichtbar. Dieser Befehl erfordert Root-Rechte:

sudo dmidecode --type memory

Die Ausgabe zeigt präzise an, welche RAM-Module in welchen Slots installiert sind, deren Kapazität, Taktfrequenz und Spannung. Dies ist besonders hilfreich bei geplanten Speicher-Upgrades.

Festplatten und Speichermedien untersuchen

5. lsblk – Blockgeräte übersichtlich darstellen

Der Befehl lsblk zeigt alle Blockgeräte in einer Baumstruktur an, einschließlich Festplatten, Partitionen und deren Mountpoints:

lsblk -o NAME,SIZE,TYPE,MOUNTPOINT,FSTYPE

Diese Darstellung ist besonders übersichtlich und zeigt die hierarchische Struktur zwischen Festplatten und deren Partitionen. Die Option -f ergänzt Dateisystem-Informationen und UUIDs.

6. fdisk – Partitionstabellen anzeigen

Das klassische Tool fdisk bietet detaillierte Informationen über Partitionstabellen:

sudo fdisk -l

Es zeigt Festplattengrößen, Partitionsschema (MBR oder GPT), Sektorgröße und detaillierte Partitionsinformationen. Der Befehl listet alle erkannten Speichergeräte auf, auch wenn diese nicht gemountet sind.

7. df – Dateisystem-Nutzung überwachen

Der df-Befehl zeigt die Speichernutzung gemounteter Dateisysteme an:

df -hT

Die Option -h aktiviert das menschenlesbare Format, -T zeigt zusätzlich den Dateisystemtyp an. Dieser Befehl ist unverzichtbar für die tägliche Überwachung des verfügbaren Speicherplatzes.

Umfassende Hardware-Übersichten

8. lshw – Das Schweizer Taschenmesser für Hardware-Infos

lshw (List Hardware) ist eines der mächtigsten Tools zur Hardware-Erkennung. Es zeigt eine detaillierte Übersicht aller Hardware-Komponenten:

sudo lshw -short

Für spezifische Komponenten können Sie Klassen filtern:

sudo lshw -class disk -class memory -class processor

Die HTML-Ausgabe ist besonders übersichtlich:

sudo lshw -html > hardware-report.html

9. hwinfo – Detaillierte Hardware-Analyse

Das Tool hwinfo bietet noch umfangreichere Informationen als lshw, muss aber bei einigen Distributionen nachinstalliert werden:

sudo apt install hwinfo # Debian/Ubuntu
sudo dnf install hwinfo # Fedora

Anwendung für spezifische Hardware:

hwinfo --short
hwinfo --disk
hwinfo --cpu
hwinfo --memory

Spezielle Diagnose-Tools

10. inxi – Systeminfo für Fortgeschrittene

inxi ist ein Skript, das verschiedene Systembefehle kombiniert und eine übersichtliche Zusammenfassung erstellt:

inxi -Fxz

Die Optionen bedeuten: -F für vollständige Ausgabe, -x für zusätzliche Details und -z zum Anonymisieren sensibler Daten. Besonders praktisch ist die kompakte Darstellung, die alle wichtigen Informationen auf einen Blick zeigt.

11. hardinfo – Grafische Hardware-Übersicht

Für Anwender, die eine GUI bevorzugen, bietet hardinfo eine grafische Oberfläche zur Hardware-Analyse:

sudo apt install hardinfo
hardinfo

Die Anwendung kategorisiert Hardware-Komponenten übersichtlich und ermöglicht das Erstellen von HTML-Reports. Besonders nützlich sind die integrierten Benchmark-Tests.

Praktische Tipps für den Alltag

Die Kombination mehrerer Befehle liefert oft die besten Ergebnisse. Für eine schnelle System-Übersicht empfiehlt sich:

echo "CPU:" && lscpu | grep "Model name"
echo "RAM:" && free -h | grep "Mem:"
echo "Disk:" && df -h /

Für regelmäßige Hardware-Audits können Sie ein Skript erstellen, das alle relevanten Informationen sammelt und in einer Datei speichert. Dies ist besonders in Server-Umgebungen mit vielen Systemen wertvoll.

Tipp: Viele dieser Befehle bieten Export-Funktionen für JSON oder XML, was die automatisierte Verarbeitung in Monitoring-Systemen ermöglicht.

Die vorgestellten Tools decken nahezu jeden Anwendungsfall ab – von der schnellen Überprüfung der CPU-Auslastung bis zur detaillierten Hardware-Inventarisierung. Mit diesem Wissen sind Sie bestens gerüstet, um Linux-Systeme effizient zu verwalten und Hardware-Probleme schnell zu identifizieren.